Wein verkosten und den eigenen Geschmack finden

Weinverkostung
01.04.2022
Wein verkosten wie ein Profi

Weinbau ist seit Jahrtausenden Teil der menschlichen Zivilisation, und seine Qualität hat sich im letzten Jahrhundert drastisch verbessert, da die Winzer immer neue, moderne Techniken für den Anbau von Trauben und die Weinherstellung entwickeln. 

Richtig gemacht, ist die Weinprobe eine Kunst und macht gleichzeitig viel Spaß. Dabei wird der Wein mit den Sinnen Sehen, Schmecken, Riechen und Fühlen analysiert. Man kann Wein blind verkosten, d. h. ohne zu wissen, um welchen Wein es sich handelt und woher er stammt, bzw. nicht blind, wenn man weiß, welchen Wein man verkostet. Das Ziel ist dasselbe: das Aroma, das Aussehen, den Geschmack und die Textur des Weins zu beurteilen, um seine Herstellung, seine Qualität und seinen Herkunftsort zu verstehen.

Um eine Weinprobe durchzuführen, achtet der Sommelier auf die Farbe des Weins, riecht ihn, schmeckt ihn, analysiert den Geschmack, bestimmt seine Süße oder Trockenheit, zieht eine erste Schlussfolgerung und kommt dann zu einem endgültigen Ergebnis. Danach bestimmt man die Region, aus der er stammt, die Rebsorte und den Jahrgang des Weins. Sie verwenden deduktives Denken, um zu einer endgültigen Bewertung des Weins zu gelangen.

Eine Weinprobe kann auf einem Weingut, bei einer Verkostungsveranstaltung, in einer Weinbar, bei einer privaten Verkostung im Weinkeller oder sogar zu Hause stattfinden. 

Gehen wir die einzelnen Schritte des Verkostungsprozesses durch, damit Sie den Wein verkosten, analysieren und Ihren Geschmack verstehen können. 

Bei der Weinverkostung gibt es fünf Cs: See - Swirl - Sniff - Sip - Savour.

1. Die Farbe erkennen

Die Farbintensität und -tiefe des Weins kann Aufschluss über sein Alter, seinen Körper, seine Konzentration und seinen allgemeinen Stil geben. Um die Farbe des Weins zu beurteilen, ist es besser, ihn vor einen weißen Hintergrund zu stellen. Das Weinglas sollte schräg gestellt werden, um die Farben zu erkennen. Die Farben können dem Verkoster einen Hinweis auf die Rebsorte geben, woran man erkennen kann, ob der Wein in Holz ausgebaut wurde oder nicht. Wenn man das Glas in einem gut beleuchteten Raum vor einen weißen Hintergrund hält, sollte man darauf achten, ob der Wein klar oder trüb ist. Die Intensität der Farbe gibt dem Verkoster eine Vorstellung davon, wie der Wein schmecken soll.

2. Schwenken

Das Schwenken ist wichtig für die Belüftung des Weins, da es dem Sauerstoff erlaubt, ihn zu "öffnen" und die Komplexität des Weins zu enthüllen. Ohne die Weine probiert zu haben, weiß man nicht, ob zum Beispiel ein Weißwein leicht oder vollmundig ist. Der Verkoster versucht, allein anhand der Optik und der Nase festzustellen, wie die Weine zu bewerten sind, bevor er einen Schluck nimmt. Sie werden feststellen, dass vollmundige Weine eine tiefere Farbe haben und im Allgemeinen intensiver in der Nase sind. Süßere Weine sind dichter und hinterlassen beim Schwenken dicke, zähflüssige Streifen (auch Tränen oder Beine genannt) an der Innenseite des Glases.

Wein verkosten wie ein Profi

3. Riechen

Der Geruchssinn ist der wichtigste Sinn bei der Weinverkostung. Sie können die Qualität eines Weins anhand seines Geschmacks und seines Bouquets (des aromatischen Gesamterlebnisses des Weins) beurteilen, wodurch Fehler wie übermäßiger Sauerstoffkontakt, altersbedingte Oxidation, Verunreinigungen durch wilde Hefen und fehlende Konservierungsstoffe aufgedeckt werden können. Achten Sie darauf, was Sie riechen, woran das Aroma Sie erinnert (Früchte, Gemüse, Gewürze oder Kräuter).

4. Schlucken

Nehmen Sie einen etwas größeren Schluck als gewöhnlich und halten Sie den Wein etwa 5 Sekunden lang im Mund, so dass er die gesamte Oberfläche Ihres Mundes bedeckt. Beim Schlucken kann der Verkoster Süße, Bitterkeit, Säure und Tannine beurteilen und das gesamte Mundgefühl wahrnehmen. Im Mund werden die Aromastoffe durch die Körperwärme weiter freigesetzt und retronasal an die Geruchsrezeptoren weitergeleitet, wo das für einen Wein charakteristische komplexe Geschmackserlebnis beginnt. Je nach Alter eines bestimmten Weins kann man hier die primären Aromen (die aus den Trauben stammen, z. B. fruchtig, blumig und würzig), die sekundären Aromen (die aus der Gärung und dem Eichenholz stammen) und die tertiären Aromen (die aus der Flaschenreifung stammen, z. B. Tabak, Pilz und Nussigkeit) wahrnehmen.

5. Fühlen

Hier kommt der Abgang ins Spiel, bei dem Sie beim Schlucken des Weins eine Empfindung haben, die sich drastisch von dem Geschmack unterscheidet, den Sie am Gaumen wahrnehmen. Sie sollten darauf achten, wie lange der Geschmack anhält. Diese Zeitspanne wird als "Abgang" bezeichnet, und wirklich außergewöhnliche Weine können bis zu 20 Minuten lang am Gaumen verbleiben. Durch diese Länge des Geschmacksprofils heben sich bestimmte Weine von anderen als Weltklasse ab. Achten Sie auch auf die Ausgewogenheit des Weins, ob bestimmte Geschmacksrichtungen dominieren oder ob es sich um eine klar definierte Flasche handelt.

Vor allem aber sollten Sie den Prozess genießen und versuchen, die Verkostung nicht zu streng und zu schwer zu gestalten. Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck, die Weine so perfekt zu analysieren, dass Ihnen der Spaß an der Erfahrung genommen wird.

Weinproben sind ein wahres Genuss für Weinliebhaber. Um es noch interessanter und professioneller zu machen, kaufen und verkosten Sie den besten armenischen Wein von lokalen Weinmarken im Wines of Armenia Online-Weinshop.